Das
offene Ideenforum zur Studienfinanzierung
Beim Stöbern durchs Netz
bin ich auf Folgende Seite gestoßen:
http://www.zopa.com/ZopaWeb/
Eine geniale Idee und bei uns
wahrscheinlich wegen der Megalobby der Banken nur schwer durchsetzbar.
Meiner Ansicht nach aber für Studiengebühren ideal
geeignet.
Das Grundprinzip ist das gleich
wie bei jedem anderen Geldverleih auch. Zwei Parteien stehen
sich gegenüber. Nämlich derjenige, der Geld hat
und damit verdienen will und derjenige, der Geld braucht und
bereit ist für die Zeit, in der er damit etwas machen
will, Geld zu bezahlen.
Und nun kommt die Bank ins Spiel.
Falsch. Die bleibt nämlich genau draußen. Und das
ist gut so. Denn die Banken sind natürlich nicht zu Unrecht
so geschützt in Deutschland. Immerhin haben sie auch
eine geldwirtschaftliche Verantwortung und sind dieser, in
der Geschichte der BRD wenigstens, ganz gut gerecht geworden.
Darum gibt’s auch dieses unselige Basel II, nämlich
um die Liquidität der Banken und damit unsere Geldwirtschaft
zu schützen. In der Außenwelt allerdings bedeutet
Basel II die Umwandlung der Bank von der Hausbank und Partner
zur Basel II Bank, die bei der kleinsten Abweichung von irgendwelchen
Sollwerten den Hahn abdreht. Mag der Abweichler nun 30 Jahre
Kunde gewesen sein oder nicht. Da sind die Banken zwangsläufig
alle ziemlich gleich, zumindest die, die diesem Basel II Abkommen
angeschlossen sind. Mögen sie sich nun rühmen den
Weg frei zu machen oder dich Leben zu Lassen während
sie sich um die Details kümmern, den Gerichtsvollzieher
rufen sie alle gleich schnell. Vielleicht ein klein wenig
überspitzt formuliert.
Was dem Kreditvergabewesen in
Deutschland also immer mehr abgeht ist Phantasie, sind Vorlieben
von Menschen, sind Gefühl, sind Erfolg. Denn kein Banker
der Welt kann irgendwas als seinen Erfolg verbuchen, was er
aufgrund von Sollwerten entschieden hat.
Nun gibt es eben in UK Zopa
und Zopa verzichtet auf die Bank in der Mitte. Zopa vermittlet
Kredite zwischen Privatpersonen. Natürlich werden hier
diejenigen, denen man Geld leiht auch geratet. Und natürlich
verdient hier auch Zopa und der Kreditgeber. Man kann nur
eine bestimmte Höchstsumme verleihen. Diese wird dann
auf der anderen Seite auf 50 gleich geratete Personen verteilt.
So entsteht für den Kreditgeber ein überschaubares
Risiko.
Meiner Ansicht nach wäre
ein abgewandeltes System perfekt geeignet für die Studienfinanzierung.
Der Kreditgeber steht einem frei wählbarem Risiko gegenüber.
Er kann sich nur sichere Kreditnehmer suchen, oder ein Bündel
aus verschieden gerateten Personen. Die Zinsen könnten
entsprechend angepasst werden. Er kann aber auch fördern
was ihm am Herzen liegt und weniger sichere Kreditnehmer,
will sagen Studenten als Kreditnehmer wählen. Alles wäre
möglich. Das Rating ist auch relativ leicht möglich.
Somit passte diese Finanzierungsmöglichkeit
auch perfekt zu einem sich immer mehr abzeichnendem Trend,
nämlich dem sein Geld nicht einfach nur gewinnbringend
einsetzen zu wollen, sonder gewinn-, wie sinnbringend. Und
was bringt denn mehr Sinn? Ein Bild zu kaufen oder einen Künstler
zu fördern.
Weitergesponnen könnte
man das ganze mit einem Konzept von Businessangels koppeln.
Zum Beispiel auch zur Ratingverbesserung. Begibt sich die
die junge Künstlerin also in die beratende Obhut eines
Businessmanagers, dann verbessert sich ihr Rating.
Das Ganze könnte natürlich
auch staatlich geführt werden, hier wären dann generell
vorgeschriebene mittlere Ratingpools möglich. Der Staat
könnte das ganze aufkommensneutral in die Hand nehmen.
Will heissen, die Vermittlung übernehmen und das verdiente
Geld in Zinsstundungen oder –übernahmen bis zur
ersten Arbeitsstelle stecken.
So ergäbe dieses System
eine Möglichkeit wieder die Phantasie der Menschen in
die Kreditvergabe einzubringen und eine effektive Möglichkeit
der Studienfinanzierung zu schaffen. Dies auch und gerade
vor dem Hintergrund der immensen sinnlos herumliegenden Sparsummen
älterer Menschen und dem Generationenvertrag, der schön
langsam ja auch eher andersrum funktionieren muss.
Die Online-Uni
Wenn man sich die Probleme anschaut,
wie etwa die kommende Studentenschwemme, die Kosten der Uni,
die trotz aller Studiengebühren stark bezuschusst werden
müssen, die unerträgliche Tatsache, dass es überwiegend
wohlhabende Kinder in die und auf den Unis schaffen und der
vollkommen verkorporatisierte, teure und sture Aufbau der
klassischen Uni auf der Anbieter(Staats)seite und die immensen
Kosten in einer Stadt, die Wohnung, die Universitätsgebühren
und das alles, dann kann man durchaus zu dem Schluß
kommen, dass man es auf den Versuch ankommen lassen müsste
eine breitangelegte Online-Uni für bestimmte Fächer
und Kurse anzubieten.
Vorlesungen haben ihren Ursprung
und hatten Ihren Sinn im analphabetischen Mittelalter. Da
stand der Gott, er konnte immerhin lesen, vorne und las vor.
So verkommt die Vorlesung, die ja bei bestimmten besonderen
Anlässen eine hohe feierliche, universitäre Kultur
verkörpert, zum bloßen Schaulaufen.
Viel effektiver wäre es da die Vorlesungen ins Internet
zu stellen. Man könnte sie anschauen wann immer man will,
an Stellen die man nicht versteht, oder an denen man abwesend
war wiederholen. Fragen stellt man im, Forum. Erst den Kommilitonen,
dann den Betreuern.
Es würde einige Probleme
lösen. Zum einen die teil unerträgliche Langeweile
und Unmotiviertheit der Vorlesenden, die meiner Ansicht nach
verständlich ist. Man stelle sich vor, man ist absoluter
Spezialist in irgendwas, nehmen wir Recht und man ist Präsident
irgendeines Gerichts. Schwebt also in intellektuellen Sphären.
Dass es einem dann nicht unbedingt vom Hocker haut jedes Jahr
den gleichen gelangweilten Erstsemester die Grundrecht zu
erklären, dürfte verständlich sein.
Wesentlich besser wär`s
doch da einmal einen Film zu produzieren, diesen mit anschaulichen,
und nach pädagogischen Gesichtspunkten aufbereiteten
Unterlagen zu ergänzen und das mit Präsenzkursen
bei den Professoren und mit speziell Interessierten en bloc
zu ergänzen.
Zudem könnte man auch endlich
mal auf die Uni als Serviceinstitution, die ihre eigenen möglichen
Synergieeffekte nutzt, zurückgreifen. Denn es ist ja
alles da, Pädagogen, Informatik, Netzwerker, Biologen,
Mediziner, Theaterwissenschaftler, Filmwissenschaftler und
alle werden sie überwiegend von Steuergeldern bezahlt.
Denkbar wäre also z.B. eine Produktion eines Vorlesungsvideos
zu dem verlinkt die Unterlagen sind und besonders geil wäre
dann zum Beispiel ein Film, der sich mit den historischen
Hintergründen der Sache befasst. Diese könnten ja
in einer Zweitverwertung weitervertrieben werden.
Sehr gut gelöst ist dies
bereits von der Uni Tübingen in einem Modellversuch zur
Schuldrechtsreform. http://timms.unituebingen.de/List/List01.aspx?rpattern=UT_200%5B12%5D_____00%5B12%5D_schuldrecht_000_
Und allein die Chancen für
Existenzgründung aus den Unis heraus sind riesig. Allein
Übungssoftware für alles mögliche bis hin zum
Chirurgen.
Zu sagen bleibt, das Grundgesetz
gibt dem Gesetzgeber auf eine Gesellschaft zu schaffen, die
von unten nach oben durchlässig ist. Den gesellschaftlichen
Aufstieg schafft man aber heutzutage fast nur noch mit Bildung.
Somit ist diese möglichst breit, günstig und flächendeckend
anzubieten.
Einen anderen Weg, wenn auch
in die gleiche Richtung gehen bereits amerikanische Unis,
die in Second Life (Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/Second_Life),
einer virtuellen 3D-Parallelwelt, deren Wirtschaftskreislauf
bereits zu funktionieren begonnen hat, Kurse anbieten und
so Geld verdienen.
Auch eine deutsche Uni, die
Universität der Künste in Berlin (UDK) ist seit
Kurzem in Second Life vertreten (http://www.computerwoche.de/nachrichten/586100/?ILC-RSSFEED&feed=586100%20rssnews)
und bietet den Master Studiengang „Leadership in Digitaler
Kommunikation“ an (http://www.udk-berlin.de/ldk/),
wobei hierbei SecondLife als Anschauung dient, bei den amerikanischen
Unis sozusagen eine Ersetzung der realen Welt geplant ist.
Fernstudien
Denkbar sind natürlich
auch Fernstudien mit oder ohne Online-Unterstützung.
Für das ansonsten streng
an Präsenz gebundene Jura-Studium gibts hier einen Überblick:
http://www.jurafernstudium.de
Kreditvermittlungsseite mit
Rechner auch für Studenten:
http://kreditrechner.schnell-kredit.info
|